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Spanische Schüler aus Elorrio zum Austausch in Goslar am CvD

Die spanischen Schüler vor der Kaiserpfalz

Eine Woche lang, vom 13. bis 20. September, waren sie hier in Goslar und am CvD: zwölf Schülerinnen und Schüler des Colegios Lourdesko Ama aus Elorrio, einer Stadt im spanischen Baskenland zwischen Bilbao und San Sebastian. Mit diesem Besuch ist, nach jeweils einmaligen Versuchen in 2008 und 2011, eine Grundlage für einen dauerhaften Spanien-Austausch gegeben.

Die zwölf spanischen Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren waren zum ersten Mal in Deutschland und in den Familien ihrer Gastschüler untergebracht. Betreut wurden sie von ihrer Klassenlehrerin Begoña Jauregui. Vom CvD betreuten die Spanisch-Kollegen unsere Gäste. Auch Begoña ließ sich auf das Abenteuer Leben in einer deutschen Familie ein. Diese Woche war für alle sehr intensiv und bereichernd: Sprache, Familienleben, Essgewohnheiten, die ganze Umgebung sind anderes als es im Baskenland ist. Dafür sorgte z. B. die deutsche Liebe zum Brot und das andere Schulleben.

Unsere Gastschule ist eine kleine Schule mit rund 150 Schülerinnen und Schülern, die bis zum 10. Jahrgang ausbildet. Danach müssen sich die Schülerinnen und Schüler von ihrem Colegio verabschieden, um das spanische Abitur - das Bachillerato - nach dem 12. Jahrgang ablegen zu können. Für unsere Gäste war das CvD unübersichtlich und riesig. Dennoch hatten sie sich nach einer Woche etwas eingelebt und empfanden das Schulzentrum nicht mehr als so unüberschaubar. Auch in den Unterricht hatten sie hineinschnuppern können, sei es im Deutsch- oder Geschichtsunterricht oder auch in eine Spanisch-Stunde, in der sie als Native-Speaker sofort mit eingebunden worden sind. Für ihre Lehrerin Begoña war vor allem aus ihrer Sicht der nette freundliche Umgang der Kolleginnen und Kollegen untereinander bemerkenswert und die Möglichkeiten, die unsere Mediothek den Schülern eröffnet. Vermisst hat sie dagegen so etwas wie Smartboards in den Unterrichtsräumen, die sie in ihrer Schule auch im Sprachenunterricht einsetzen kann.

Dass das Leben in den deutschen Familien überwiegend reibungslos geklappt hatte, zeigte sich dann am Freitag am Bahnhof. Etwas wehmütig war der Abschied nach einer intensiven Woche. Der Gegenbesuch in Elorrio wird gespannt erwartet.
Unsere spanischen Gäste waren am Freitag, den 13. September, abends in Goslar angekommen; dieses ominöse Datum konnte den Austausch aber nicht stören. Sprachlich, menschlich und kulturell mussten sich alle erst einmal zusammenraufen. Spanisch, Englisch, Deutsch, Baskisch und nicht zuletzt Hände und Füße sorgten für Verständigung.

Samstag und Sonntag hatten unsere Gäste zunächst etwas Zeit, sich ein wenig an ihre Gastfamilien und an ihre deutschen Partner zu gewöhnen, diese Tage nutzten sie auch, unsere Stadt und den Harz zu erkunden. Für unsere spanischen Schüler ist Goslar schon etwas Besonderes. Passender Kommentar von Begoña: "Das ist wie Hänsel und Gretel".
Unter tatkräftiger Hilfe von Claras Mutter Pepa Delgado genossen "die Spanier" dann auch den Stadtrundgang durch Goslar. Abends traf sich die ganze Gruppe dann zu einem zweiten Stadtrundgang, um die anderen "Hot Spots" Goslars kennenzulernen und sich bei dem einen oder der anderen deutschen Klassenkameraden oder Klassenkameradin einzufinden.

Ein offizielles Programm gab es auch: Am Dienstag stand so etwas wie ein Intensivkurs in Sachen deutscher Geschichte auf dem Plan: eine Exkursion nach Leipzig. Aus gegebenem Anlass, dem Jubiläum zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, stand zunächst der Besuch des Völkerschlachtdenkmals auf dem Programm. Beeindruckend war es in seiner Monumentalität für alle; der historische Hintergrund ebenfalls. Mut verlangte der Besuch auch; wer schon einmal ganz oben auf dem Denkmal den Blick über Leipzig genossen hat, kann das nachvollziehen. Der Aufstieg über eine schmale Treppe ist nichts für Klaustrophobiker. Deutlich angenehmer und weniger pompös war der Besuch im Zeitgeschichtlichen Forum und damit das Eintauchen in die Jahre deutsch-deutscher Geschichte zwischen 1945 und 1990 und auch darüber hinaus. Nette Führungen auf Deutsch und auf Spanisch vermittelten allen einen Einblick in Politik, Alltag, Anpassung und Opposition in der DDR, u.a. aus erster Hand. Beeindruckende Bild- und Tondokumente, z.B. vom Mauerbau 1961 und von Gebrauchsgegenständen, vom Trabbi bis zur der dem westlichen Vorbild nachempfundenen Kunstfaserbluse der beginnenden 70er-Jahre, waren Geschichte "zum Anfassen". Der abschließende Besuch in der Nicolaikirche rundete diesen Besuch ab. Für alle wichtig und im Ambiente der vielen Gassen und Höfe auch schön: die Zeit zum Stöbern und Shoppen.

Tags drauf war der Besuch der Autostadt in Wolfsburg so etwas wie das Kontrastprogramm. Dabei kamen auch die, die sich für Schätze auf vier Rädern und die Geschichte der Mobilität nicht so erwärmen konnten auf ihre Kosten: Fahrsimulatoren nutzen und ihre Führerscheintauglichkeit testen. Der Lohn: eine kleine Karte, die ihnen so etwas wie Führerscheintauglichkeit attestierte. Offenbar könnten schon 16jährige ganz passabel im Verkehr mitschwimmen. Kreative Angebote wurden genutzt, eine Bootsfahrt auf dem Mittelandkanal bis nach Fallersleben und zurück gehörte auch dazu. Alle anderen freuten sich an den Luxus- und Sportwagen oder an der Historie der Automobilgeschichte, zu der z. B. auch ein mit "Fast-Edelsteinen" verzierter und golden lackierter Käfer der 60er Jahre ebenso gehört wie ein "Ami-Schlitten" der Marke Cadillac, für den es heute wohl keine Parkplätze mehr geben dürfte, so lang ist er.

Nach einer Abschiedsfeier mit Abendessen in Jerstedt waren sich alle einig, dass dieser Besuch eine Bereicherung für alle war. Vertrauen, gegenseitige Herzlichkeit und das Interesse füreinander sind vor dem Programm und der reizvollen Umgebung das wichtigste Fundament für einen Austausch. Insofern ist es schade, dass es bis zum Gegenbesuch im Juni noch eine lange Zeit hin ist.

Vor dem Bahnhof in Wolfsburg und auf dem Weg zur Autostadt