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Besuch des BioS - Einblick in die Genforschung

Schon seit der fünften Klasse begleitet die Biologie Schüler tagtäglich. Doch wenn es um die Studien- und Berufswahl geht, bleiben oft doch noch viele Fragen. Was machen Biologen eigentlich? Wie sieht moderne Forschung aus? Und was beinhaltet das alltägliche Berufsleben eines Biologen?

 

Um diese Frage zu beantworten, besuchten die Biologie-Leistungskurse des elften Jahrgangs unter Leitung von Herrn Rinke am 02. März, von Frau Müller am 19. April und von Frau Losekant am 20. April 2016 das Biotechnologische Schülerlabor Braunschweig, kurz BioS. Dieses bietet seit Frühjahr 2002 interessierten Schülern der Oberstufe die Möglichkeit, einen Einblick in das alltägliche Arbeitsleben eines Molekularbiologen und Genetikers zu erlangen. Träger und Unterstützer sind u.a. das Land Niedersachsen, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, die Technische Universität Braunschweig und das Leibniz-Institut.

 

Um das umfangreiche Programm zu bewältigen, ging es um 7:00 vom Bahnhof Goslar mit dem Zug Richtung Braunschweig. Wir beschäftigten uns mit dem Thema: „Der Neandertaler in dir?“  Dabei gingen wir der Frage nach, ob eine Vermischung des Homo neanderthalensis  mit dem Homo sapiens, unserem direkten Vorfahren, vor 60.000 – 100.000 Jahren erfolgt sein könnte. Als Methode zur Überprüfung der Hypothese nutzen wir einen jungen Zweig der Biologie: die DNA-Analyse. Aus Mundschleimhautzellen einiger Kursteilnehmer extrahierten wir unsere eigene DNA. Diese unterzogen wir verschiedenen chemischen und physikalischen Prozessen. Damit uns genügend Vergleichsmaterial zur Verfügung stand, nämlich viele Millionen Kopien, amplifizierten wir die DNA mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und zerteilten sie anschließend in mehrere Teile. Mithilfe der Gelelektrophorese trennten wir diese und verglichen sie mit der DNA eines Neandertalers, die aus Knochenfunden extrahiert werden konnte.

 

 

Gelelektrophorese zur Trennung der einzelnen DNA-Stücke

 


Der Tag war in mehrere Abschnitte geteilt. Dabei wurden wir zuerst durch einen computergestützten, interaktiven Vortrag, ähnlich dem normalen Schulunterricht, auf die folgenden Arbeitsschritte vorbereitet. Hierbei wurden alle Anwesenden aber auch gefordert mitzudenken und Anregungen zu den Untersuchungsmethoden zu geben. Danach ging es ins Labor, um das eben Erlernte anzuwenden. Kittel an, Schutzbrille auf, Handschuhe über, und los ging es! Im BioS hatten wir die Möglichkeit, mit hochmodernen Geräten zu arbeiten, wie sie heutzutage auch in Forschungslaboren verwendet werden. So hantierten wir etwa mit Präzisionspipetten, einer Zentrifuge, verschiedenen Chemikalien usw.

 

 

Die Zentrifuge dient zur Trennung von Teilchen mit unterschied-licher Dichte.

 


Nach vielen Stunden der Forschung und des Lernens machten wir uns auf den Rückweg nach Goslar, wo wir gegen 19:00 ankamen. Auf dem Weg zurück ließen wir die Erlebnisse und Eindrücke des Tages nochmal Revue passieren. Wir alle haben wertvolle Erfahrungen und Einblicke in die heutige Arbeitswelt von Biologen erhalten. Gerade vor dem Hintergrund der beruflichen und studienbezogenen Orientierung bot dieser Tag eine einmalige Chance. Den Ausflug ins BioS werden wir alle in bester Erinnerung behalten.

 

 

Die Kursteilnehmer mit Herrn Rinke, im Labor

 

Thorben Bartzsch