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Theaterpädagogik: Das "Goslarer Modell"

 

Von Goslar aus in die ganze Republik: 1986 initiierte der damalige Intendant des Odeon-Theaters, Jörg Peter Nebelung, ein Konzept zur Zusammenarbeit von Theater und Schule, das schnell unter dem Titel "Goslarer Modell" firmierte und sich in Theorie und Praxis als so gelungen erwies, dass es schnell auch andernorts übernommen wurde und heute an vielen kleineren, größeren und großen Theatern Deutschlands fester Bestandteil und Grundlage des theaterpädagogischen Programms ist.

Seit 1993 wirkt der Odeon-Dramaturg Axel Dücker, Absolvent zahlreicher akademischer und praktischer Ausbildungen rund ums Theater und fast von Anfang an an der Entwicklung und Ausschärfung des Konzepts beteiligt, als Theaterpädagoge in Goslar.

 

 

Kern und Erfolgsgeheimnis der theaterpädagogischen Arbeit nach dem "Goslarer Modell" ist die kontinuierliche Betreuung aller Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse durch echte Theaterfachleute. Das Programm beinhaltet zahlreiche altersgemäße Workshops und Vorträge zu Themen rund um das Theater, die entweder in der Schule oder vor Ort im Odeon-Theater stattfinden:

 

-  In der „Erstbegegnung für 5. Klassen“ werden zunächst einige Grundbegriffe und Fragen der Schüler an das Theater thematisiert: Was macht eine Regisseurin und was ist ein Souffleur? Was ist ein Schauspiel, eine Oper oder ein Musical? Worin unterscheiden sich Fernsehen, Kino und Theateraufführungen? Abschließend spielen die Schüler verschiedene Situationen unter Anleitung nach.

-  Beim „Blick hinter die Kulissen – Führung durch das Odeon- Theater“ lernen und erleben die Schüler allerlei Wissens- und Erfahrenswertes über Kostüme, Bühnenbilder, Lichteffekte und Bühnentechnik. Im Rahmen einer pantomimischen Übung proben die Schüler ihre schauspielerischen Fähigkeiten auf der Bühne.

-  Der Workshop für die 6. Klassen beinhaltet einige spielerische Übungen zu Raum, Körper, Bewegung und Rhythmus. Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit des Schauspielers und die Frage: „Wie wird man eigentlich Schauspieler?“

-  In der 7. Klasse folgt ein Workshop mit der Maskenbildnerin Eva Potratzki vom Theater in Hannover, der exemplarisch die Begegnung mit den handwerklichen  Berufen am Theater ermöglicht.

-  Unter dem Motto „Einblicke in die Regie und Dramaturgie“ werden mit 8. Klassen kurze Szenen entwickelt und dargestellt. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe „Wirkung“ und „Spannung“ auf der Bühne. Diskutiert werden auch die unterschiedlichen Gestaltungsmittel von Theater, Film, Fernsehen und der Einsatz von Musik.

-  Neben verschiedenen Workshops, in denen Szenen aus unterrichtsrelevanten Stücken erarbeitet werden, stehen für die Klassen 9 bis 13 zahlreiche Vorträge zur Auswahl: Orientiert an Epochen der Theatergeschichte können - vom griechisch-römischen Theater über die Commedia dell’arte, vom Theater der Renaissance und des Barock bis zum Theater der Moderne - Charakteristika verschiedener Theaterkonzeptionen erarbeitet und erfahren werden; andere Workshops beschäftigen sich mit einzelnen Autoren und ihren Werken oder berühmten Stoffen und Motiven des Theaters.

 

 

Neben diesen Veranstaltungen für alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen inszeniert und produziert Axel Dücker – im Team mit Lehrerinnen und Lehrern – derzeit einmal jährlich je ein Theaterstück mit der Theaterwerkstatt des Ratsgymnasiums und der „Großen Theater-AG“ des CvD sowie ein Musical mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Goslar und der Region, das im Odeon-Theater zur Aufführung gelangt.