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Gaststudent aus Spanien

Alberto fühlte sich gut aufgehoben - bei Kathleen und bei ihren Mitschülern

Aller guten Dinge sind drei: Der dritte Gaststudent aus Sevilla hat CvD-Luft geschnuppert.

"Etwas mehr Spontanität im Unterricht, das wär´s", meint Alberto Orduña und grinst breit, gefragt nach seiner Bilanz nach 14 Tagen Praktikum an unserem CvD. Am Muttertag fliegt er wieder nach Sevilla. Dort hat den Deutsch-Studenten "Sevillano" dann der "normale" Universitätsalltag wieder. Er gehört zu den Studenten, die im Rahmen der Kooperation zwischen dem CvD und dem Fachbereich Deutsch der Universität Sevilla für zwei Wochen an unserer Schule waren. In Sevilla ist für den Austausch Frau Professor Eva Parra Membrives verantwortlich. Die Kooperation gibt es seit dem vergangenen Jahr.

Alberto hat, wie zuvor María Seona Belmonte in diesem Februar und auch Paula Macias im vergangenen Jahr, zwei Wochen lang in den Schulalltag "schnuppern" können. Der Stundenplan ist individuell nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zusammengestellt worden. Soweit es organisatorisch möglich gewesen ist, bildete der Deutschunterricht einen Schwerpunkt. Schließlich studieren alle drei "Filología Alemana" an der Deutsch-Fakultät der Universidad de Sevilla.

Untergebracht waren die Studenten in ihren deutschen Gastfamilien. Im Gegenzug sind drei unserer Schüler für 14 Tage als Gaststudenten an der Universität in Sevilla gewesen und haben in den Familien ihrer spanischen Austauschpartner gewohnt und dort das spanische Studentenleben kennengelernt. Sie haben erfahren, wie dort an dem noch recht kleinen Fachbereich an der Universität Deutsch gelehrt wird und konnten nebenbei ihr Spanisch vertiefen.

Schnee war toll, Maria machte die Februar-Kälte nichts aus.

Zwischenmenschlich hat offenbar die Chemie immer gestimmt. Alberto hat, z.B. bei seiner deutschen Austauschpartnerin Kathleen Koziolek Familie und Teile der Verwandtschaft kennengelernt. Hilfsbereitschaft, die Kochkünste und das ganze Drumherum haben für ihn gestimmt. Gleiches gilt offenbar auch für Kathleen, denn ein Besuch in Sevilla ist offenbar für Kathleen eingeplant - mit Familie! Das Thema „Deutschland“ ist für Alberto lange noch nicht abgeschlossen. Er würde gern wieder hier sein, auch um zu arbeiten, z.B. als Sprachassistent. Das ist z.T. der aktuellen Wirtschaftskrise geschuldet, aber auch einfach seinem Interesse, mit Menschen zu arbeiten, und der Lust an der Fremdsprache. Er selbst hat auch schon Erfahrungen als Dozent für Deutsch gesammelt. Ihm hatten es vor allem „die Kleinen" angetan. Sie sind spontaner, ehrlicher - auch beim Sprachenlernen. Genau das vermisst er bei den "Großen", das gilt auch für die Lehrenden, die leider - aus seiner Sicht - dem Lehrplan verpflichtet seien. Andererseits hat Alberto das freie und interessierte Auftreten der Schüler des 10. Jahrgangs beim Besuch von Prof. Bergmann als Zeitzeuge des NS begeistert. Das habe er so in Spanien noch nicht erlebt. Unserem CvD macht er überdies auch ein Kompliment: Unsere Schüler seien aktiv, sowohl im Unterricht, z.B. in Deutsch, aber auch außerhalb des Unterrichts. Hier passiere viel mehr, als er es aus Spanien kenne. Das CvD habe, so Alberto, schon eine sehr angenehme Atmosphäre, trotz einiger "Macken", die auch ihm nicht verborgen geblieben seien. Dieser Eindruck deckt sich auch in etwa mit dem von Maria. Andererseits findet sie, dass die deutschen Schüler doch häufig sehr auf sich selbst achteten und manchmal weniger auf den Nächsten und so weniger herzlich miteinander umgingen.

Ähnlich waren auch die Eindrücke von Goslar und Umgebung, die die drei spanischen "Praktikanten" mitgenommen haben: Eine kleine, aber heimelige Stadt, die wegen der vielen Fachwerkhäuser zuerst ungewöhnlich erscheine, einem aber schnell vertraut werde, eben weil sie so klein ist. Für Alberto war das eigentlich auch nicht weiter außergewöhnlich, da er Sevilla auch für eine kleine Stadt hält - bei rund 600 000 Einwohnern. Gemeint haben dürfte er da wohl die ebenfalls mit ihren schmalen und bisweilen kleinen Straßen und Gassen heimelig wirkende Altstadt Sevillas.

Vermisst hat Alberto eigentlich nur eine Sache: Er hätte gern selbst einmal einen Teil einer Stunde unterrichtet. Angesichts der "zerrissenen" Tage, trotz und wegen des mündliches Abiturs und des Feiertagswochenendes hat er aber dennoch einiges mitgenommen.